Obst- und Gartenbauverein Berghausen (Baden) e.V.

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BNN, Dienstag, 11. August 2026

Dürftige Ernte durch die Hitze

Hunderte Besucher kommen zum Hansafest

des Obst- und Gartenbauvereins Berghausen


Von Victoria Makarova

Pfinztal. Im Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Berghausen im Micken-loch. wurde wieder das alljährliche Sommerfest gefeiert. Mehrere hundert Pfinz-talerinnen und Pfinztaler sowie Gäste kamen über das Wochenende. „Es ist schwer einzuschätzen, wie viele Besucher wir bisher hatten. Ich kann nur sagen: An beiden Tagen waren alle diese Tische komplett voll", kommentierte Vereinsvorsitzender Alexander Wiedemann

Zum Auftakt des Fests stand ein Schnittkurs auf dem Programm: Obst­baumeister Andreas Siegele vom Obst-, Wein-, und Gartenbauverein Grötzingen zeigte Schnitt-techniken, die Obstbäumen guttun und zu ihrer Gesundheit beitragen.
Für die festliche Atmosphäre sorgten der Musikverein Freundschaft und das Fröhlich'sche Männerquartett.

Auf den Tischen landeten gegrillte Spe­zialitäten wie Steak, Bauch, Würstchen und vegetarische Burger. Dazu gab es verschiedene Getränke, darunter hausgemach-ten Cidre.

Die besondere Attraktion des Festes war jedoch der selbstgekelterte Hansa - ein köstlicher lokaler Johannisbeerwein.

„Der Name Hansa kommt von ,Hanseträuble`, dem örtlichen Dialektnamen für Jo-hannisbeeren", erklärte Wiedemann. „Es ist ein neuer Wein, naturvergoren. Wir müssen etwas Zucker; hinzufügen,: weil die Johannisbeeren zu sauer sind. Die Gärung muss durch einen Kälteschock frühzeitig gestoppt werden, bevor der Alko-holgehalt zu hoch wird und der Wein zu sauer." Jung, leicht prickelnd, lieblich und tiefrosa in der Farbe ist Hansa außerdem eine Grundlage für den beliebten „Hase": Mischt man ihn mit Sekt, entsteht der Cocktail.

Nach Angaben Wiedemanns fiel die Ernte in diesem Jahr aufgrund der Hitze eher dürftig aus. Die Vereinsmitglieder mussten ihre Johannisbeeren deshalb früh ernten.


In ihrer Predigt beim traditionellen Gottesdienst im Grünen am zweiten Festtag griff Pfarrerin im Ruhestand Nicola Enke-Kupffer von der Evangelischen Kirche in Pfinztal die Geschichte eines Winzers auf, die sie in den „Badischen Neuesten Nachrichten" gelesen hatte: „Seine Weinberge waren durch Hagel schwer beschä-digt worden: 80 Prozent der Ernte wurden innerhalb weniger Minuten vernichtet. Der Winzer war wirklich den Tränen nah. Und trotzdem kommt Aufgeben für ihn nicht infrage. Er wird weiter säen, ernten und im Weinberg arbeiten."

Die Pfarrerin ist überzeugt, dass solche Geschichten den Menschen Mut machen: „Bei all den Folgen der Hitzewelle und der Dürre, die ich nicht verharmlosen will, tröstet mich die Botschaft des Verses aus dem Johannesevangelium, in dem Jesus sagt: Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben sollen."

Von der Tradition, den Hansafest-Sonntag mit einem Gottesdienst im Grü­nen zu beginnen, ist Enke-Kupffer besonders begeistert: „Ein Ort in der Natur, Gottes Schöpfung, ist ein idealer Ort, um Gottesdienst zu feiern."